3. Transferkonferenz -
Wissenschaft wirksam machen und Innovationslücken schließen

Wie Transfer Innovationsgeschehen im deutschen Mittelstand stimuliert

Die Förderung von Innovation an den deutschen Hochschulen erfolgt nur sporadisch. Das liegt an unzureichend ausgelegten Forschungsgeldern und an einer fehlenden einheitlichen Organisation von Innovationsprozessen. Doch wie lässt sich Wissenschaft wirksam gestalten? Welche Innovationslücken bestehen im Miteinander von Hochschulen und Wirtschaft? Welche Modelle der Forschungsförderung wären zu ihrer Schließung erforderlich?

All diese Fragen wurden auf der 3. Fachtagung der Hochschulallianz für den Mittelstand aufgeschlüsselt. Mitveranstalter war der HAW Baden-Württemberg e.V., ein Zusammenschluss von 21 staatlichen und drei kirchlichen Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Als Medienpartner wurde die Konferenz vom DUZ Medien- und Verlagshaus unterstützt.


Exklusiver Eindruck der 3.Berliner Transferkonferenz im Haus der Bundespressekonferenz
Exklusiver Eindruck der 3.Berliner Transferkonferenz im Haus der Bundespressekonferenz

(Fotos: Matthew Schoenfelder; © 2019 Hochschulallianz für den Mittelstand e.V.)

3. Fachtagung unter dem Licht der deutschen Transfergemeinschaft

Expert*innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft trafen am 30. Januar 2019 auf der 3. Berliner Transferkonferenz in der Landesvertretung Baden-Württemberg aufeinander. Zentraler Diskussionspunkt war die Forderung der Hochschulen nach einer Deutschen Transfergemeinschaft (DTG).

Politische Anliegen fokussierten sich primär auf Start-Up Förderung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wurde vom Ministerialdirektor Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas vertreten. Er sprach sich für die neu erschaffene Agentur für Sprunginnovationen aus. Der Ministerialdirektor Ulrich Steinbach, Amtschef des baden-württembergischen Bildungsministeriums, stellte das Gründerprogramm der Landesregierung vor.

Die Teilnehmer*innen des Wirtschaftssektors betonten die Relevanz regionaler Innovationszentren. Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, und Dr. Jörg Haas, Partner und Vorstand der HW PARTNERS AG, sowie Gründer der Scopevisio AG, trugen ihre Ansichten bei. Auch Sarna Röser, Start-Up Gründerin und Bundesvorsitzende von Die Jungen Unternehmer, beteiligte sich an der Debatte.


v.l.n.r. Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Dr. Muriel Helbig, Martin Herrenknecht, Prof. Dr. Winfried Lieber
v.l.n.r. Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Dr. Muriel Helbig, Martin Herrenknecht, Prof. Dr. Winfried Lieber
v.l.n.r. Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Dr. Petra Sitte, MdB und Dr. h.c. Thomas Sattelberger
v.l.n.r. Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Dr. Petra Sitte, MdB und Dr. h.c. Thomas Sattelberger

(Fotos: Matthew Schoenfelder; © 2019 Hochschulallianz für den Mittelstand e.V.)

Überblick zu Referaten und Präsentationen

Innovationen durch neue Ideen voranbringen und neuartige Förderungsmethoden der angewandten Forschung entwickeln. – Themen, die in den Vorträgen der 3. Berliner Transferkonferenz eine große Rolle spielten.

Hier können Sie eine kurze Zusammenfassung der Präsentationen lesen und die Vorträge zur Fachtagung „Wissenschaft wirksam machen - Innovationslücken schließen“ downloaden:

  • „Lücken im Innovationssystem schließen - Neue Instrumente zur Förderung der angewandten Forschung“
    Prof. Dr. Karim Khakzar
    Bei dem Wettbewerb um den Titel „Innovative Hochschule“ 2016 waren über 2/3 der ausgezeichneten Institutionen Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) oder Fachhochschulen. So begründet der Präsident der Hochschule Fulda, HRK-Vizepräsident und Sprecher der Mitgliedergruppe der Fachhochschulen in der HRK, das große Innovationspotential von HAW. Doch den Hochschulen fehlen Finanzierungsmittel, vor allem für Professuren. Insgesamt mangelt es an einer strukturierten und angemessenen Innovationsförderung. Um das Problem zu beheben, würde sich eine Deutsche Transfergemeinschaft (DTG) anbieten. Sie sollte jegliche Hochschulform bei gemeinsamen Innovationsprojekten begleiten. Denn Innovation sei für die Entwicklung der Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft von hoher Bedeutung.

  • „Sensibilisieren, Stärken, Experimentieren – der Weg ins Silicon Valley“
    Prof. Dr. Carsten Manz
    Der Präsident der Hochschule Konstanz präsentiert die Start-Up Bewegung und Unterstützung an Hochschulen seiner Stadt. Der Wettbewerb „IdeaCup“ motiviert die Teilnehmer*innen innovative Ideen zu generieren. Bei Erfolg werden die Wettbewerber*innen mit einer Fahrt ins Silicon Valley belohnt. Auch werden diverse Vernetzungen in der Gründerszene durch Events ermöglicht.
    Analog gibt es mögliche Seminare und Arbeitsgruppen zu Entrepreneurship, sowie Beratungsangebote. Digital werden Videoeinblicke zu Strategien oder zu bestehenden Start-Ups angeboten. Zukünftig sollten Projekte, wie die „Startup Summer School“, eingeführt werden. Innerhalb von 14 intensiven Tagen könnten, unter professioneller Begleitung, innovative Konzepte hervorgebracht werden.

  • „Spinnovation“
    Prof. Dr. Hendrik Brumme
    Als Präsident der Hochschule Reutlingen fordert Prof. Dr. Brumme, jede Studentin und jeden Studenten mit der Gründungsthematik in Berührung zu bringen. So könnten Innovationen in jeglichen Bereichen entstehen, sowie fachübergreifende Kooperationen erleichtert werden.
    Dieses Ziel könne durch „Spinnovation Challenges“ mit Studienanfänger*innen angestoßen werden. Innerhalb des Studiums sollte Entrepreneurship Modulbestandteil sein. Begleitung der Grundideen und Förderanträge, für z.B. EXIST, könnte die Start-Up Szene an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Schwung bringen.

  • „GründerWERK / HELIX Lab – Offener Raum für begleitetes Erproben von Geschäfts- und Produktideen“
    Prof. Dr. Andrea Wechsler
    An der Hochschule Pforzheim ist Gründung, nach der Prorektorin der Hochschule Pforzheim, Prof. Dr. Andrea Wechsler, ein zentraler Punkt. Zum einen gibt es das Zentrum der Unternehmensgründung „GründerWERK“, das auf Hochschulebene eine feste Professorenstelle biete. Zum anderen existiert das „futureLAB“ im MINT-Bereich, das Internationalität generiert und Frauen im Unternehmertum fördere. Die Einrichtung „HELIX“ bezieht sich tendenziell auf methodische Gründungsthemen.
    Im Prinzip solle „futureLAB“ Teil des neu geplanten Innovationsprojekts „Digital Design Factory PF“ sein. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit an Innovationen könnte in Zukunft in einem gemeinsamen Zentrum stattfinden.

Wenn Sie den genauen Ablaufplan der 3. Berliner Transferkonferenz verfolgen möchten, können Sie einen Blick in das Konferenzpapier werfen.

 

 

Podiumsdiskussion – Impressionen der dritten Fachtagung

Die 3. Berliner Transferkonferenz beinhaltete, neben Vorträgen zu Fördermöglichkeiten der Hochschulen, eine Podiumsdiskussion mit Politiker*innen. Die Debatte wurde unter der Leitfrage „Wohin soll sich das Wissenschaftssystem entwickeln?" geführt.

Innerhalb der Gesprächsrunde erläuterten folgende Bundestagsabgeordnete aus dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung die Positionen der Parteien:

  • Sybille Benning (CDU)
  • Dr. Anna Christmann (Bündnis 90/Die Grünen)
  • René Röspel (SPD)
  • Dr. h.c. Thomas Sattelberger (FDP)
  • Dr. Petra Sitte (Die Linke)

Die Moderation übernahm Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Präsident der Hochschule Niederrhein und Vorstandsvorsitzender der Hochschulallianz. Ein Mitschnitt der Diskussion steht Ihnen als Transkript zur Verfügung.

Einen Einblick in die Podiumsdebatte und Atmosphäre vor Ort können Sie in dem Video Politiker-Podiumsdiskussion auf der 3. Berliner Transferkonferenz - Wohin soll sich das Wissenschaftssystem entwickeln?erlangen.


v.l.n.r. René Röspel, MdB (SPD), Sylvia Benning, MdB (CDU), Dr. Anna Christmann, MdB (Grüne), Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Dr. Petra Sitte, MdB (Linke), Dr. h.c. Thomas Sattelberger, MdB (FDP)
v.l.n.r. René Röspel, MdB (SPD), Sylvia Benning, MdB (CDU), Dr. Anna Christmann, MdB (Grüne), Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Dr. Petra Sitte, MdB (Linke), Dr. h.c. Thomas Sattelberger, MdB (FDP)
v.l.n.r. René Röspel, MdB (SPD), Sylvia Benning, MdB (CDU), Dr. Anna Christmann, MdB (Grüne), Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Dr. Petra Sitte, MdB (Linke), Dr. h.c. Thomas Sattelberger, MdB (FDP)
v.l.n.r. René Röspel, MdB (SPD), Sylvia Benning, MdB (CDU), Dr. Anna Christmann, MdB (Grüne), Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Dr. Petra Sitte, MdB (Linke), Dr. h.c. Thomas Sattelberger, MdB (FDP)
v.l.n.r. Prof. Dr. Winfried Lieber, Vorstandsmitglied der HAfM, Dr.-Ing. Martin Herrenknecht, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, Dr. Jörg Haas, Gründer Scopevisio AG
v.l.n.r. Prof. Dr. Winfried Lieber, Vorstandsmitglied der HAfM, Dr.-Ing. Martin Herrenknecht, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, Dr. Jörg Haas, Gründer Scopevisio AG

(Fotos: Matthew Schoenfelder; © 2019 Hochschulallianz für den Mittelstand e.V.)

Stimmung in der Wissenschafts- und Wirtschaftsdebatte

Wenn Sie ein direktes Meinungsbild von der 3.Fachtagung bekommen möchten, können Sie sich die Kommentare der Tagungsteilnehmer*innen anhören. Hierbei wird Ihnen ein persönlicher Eindruck von folgenden Rednern vermittelt:

Weitere Informationen zu den Transferkonferenzen

Der 3. Fachtagung der Hochschulallianz für den Mittelstand gingen Konferenzen mit anderweitigen Schwerpunkten voraus.

Die 1.Transferkonferenz 2016 betonte, wie wichtig die Kooperation zwischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen ist. Die enge Verflechtung von Theorie und Praxis ist sowohl für regionale Innovation im Mittelstand, sowie Studierenden in der angewandten Forschung vorteilhaft.

Die 2.Transferkonferenz 2018 legte ihren Schwerpunkt auf die Bewältigung der Digitalisierungswelle. Dabei möchten HAW, sowie KMU, nicht von der Welle mitgerissen werden, sondern vorne mitschwimmen. Dies ist nur durch regionale Internationalität und Innovationszentren möglich. Auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur ist eine grundlegende Bedingung, um technischen Fortschritt in jeder Region zu ermöglichen.

Welche Konferenz bei der Hochschulallianz für den Mittelstand in naher Zukunft stattfindet, können Sie im Terminkalender nachschauen.


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